1. Herren | 07.01.2019

Wohl dem, der einen Dennis Röhl hat

Zum insgesamt dritten Mal gewann der SV Eintracht Salzwedel das Altmark-Masters. Foto: Florian Schulz
Zum insgesamt dritten Mal gewann der SV Eintracht Salzwedel das Altmark-Masters. Foto: Florian Schulz

Die 28. Auflage des Altmark-Masters in Beetzendorf hat der SV Eintracht Salzwedel für sich entschieden.
Die 28. Auflage des Altmark-Masters in Beetzendorf hat der SV Eintracht Salzwedel für sich entschieden.

Von Florian Schulz ›
Beetzendorf l Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit – bereits kurz vor Weihnachten war dem Team von Trainer Helge Kietzke dieser Coup im Rahmen des KFV-Supercups gelungen – setzte sich der SV Eintracht Salzwedel in einem Finale bei einem bedeutenden Hallenfußballturnier gegen den SSV 80 Gardelegen durch. Durch einen 3:2-Erfolg nach Neunmeterschießen gewann der Landesklasse-Vertreter in der Beetzendorfer Sporthalle die 28. Auflage des Altmark-Masters.
Zwei Turniere, zwei Siege
Lediglich an zwei Wettkämpfen unter dem Hallendach beteiligte sich die Salzwedeler Eintracht in diesem Winter, beide entschied sie für sich. Eine überragende Quote für den Tabellenzweiten der Landesklasse. Dazu gelang es den Jeetzestädtern auch zum zweiten Mal in Folge, ein Endspiel gegen den Landesligisten und Titelverteidiger aus Gardelegen zu gewinnen. Gelang dies beim KFV-Supercup zwei Wochen zuvor noch in der regulären Spielzeit (2:0), so ging es diesmal nach torlosen zwölf Minuten ins Neunmeterschießen (3:2).
„Die Gruppenphase war noch nicht wirklich überzeugend, aber die Jungs haben sich im Laufe des Turniers steigern können. Es ist einfach toll, wie sie sich in jedem Spiel gegenseitig hochpushen. Dazu hat Dennis im Tor einmal mehr gezeigt, wie gut er ist“, resümierte Salzwedels Coach Helge Kietzke. Der ist bei einem Strafstoßschießen generell eher pessimistisch gestimmt und dreht sich gern mal weg. Doch verlassen konnte er sich im Finale auf seinen Schlussmann Dennis Röhl. Der schaffte es tatsächlich, bei allen vier gegnerischen Versuchen die richtige Ecke zu erahnen. Da Röhl die letzten beiden SSV-Neunmeter sogar abwehrte, sicherte er seinem Team den Gesamtsieg.

Kevin Assmann bester Spieler

Da war es auch kein Wunder, dass sich Salzwedels Nummer eins auch noch den Titel des besten Torhüters sicherte. Die Wahl des besten Spielers fiel hingegen etwas überraschend aus. Kevin Assmann überstand mit dem ostaltmärkischen Kreisoberligisten Schinner SV Eintracht die Vorrunde zwar nicht, hatte aber dennoch persönlichen Grund zur Freude.
Dagegen avancierte Nils Breda in Diensten des Oberligisten 1. FC Lok Stendal zum besten Torschützen. Er konnte sich mit seinem Team nach einem 6:1 gegen den Landesligisten TuS Schwarz-Weiß Bismark zumindest den dritten Rang sichern.

Gruppenphase

Der bis dato Titelträger SSV 80 Gardelegen gab sich in Staffel A überhaupt keine Blöße und gewann alle drei Partien. Einem 4:0 im Auftaktmatch gegen den SV 51 Langenapel ließen die Schützlinge von Trainer Norbert Scheinert ein 3:0 gegen den späteren Finalgegner SV Eintracht Salzwedel sowie ein 2:1 gegen den SV Liesten 22 folgen. Neben dem SSV erreichten aber auch die Salzwedeler mit sechs Zählern sowie die Liestener mit drei Punkten die K.o.-Phase. Für Langenapel blieb ohne Zähler nur das Aus.
Auch Oberligist 1. FC Lok Stendal konnte seiner Favoritenrolle in Gruppe B mit drei Siegen gegen den FSV Saxonia Tangermünde (4:2), den FSV Heide Letzlingen (3:1) und den SV Rot-Weiß Arneburg (2:1) und damit als souveräner Gruppensieger vollauf gerecht werden. Nur dem 1. FC Lok musste sich der Landesklasse-Spitzenreiter aus Letzlingen (sechs Punkte) geschlagen geben, der damit ebenso wie Tangermünde (drei Zähler) ins Viertelfinale einzog. Für die punktlosen Rot-Weißen aus Arneburg war das Turnier frühzeitig beendet.
Am spannendsten ging es in Staffel C zu. Letztendlich war es aber doch der Landesligist TuS Schwarz-Weiß Bismark, der sich mit sieben Zählern – gegen den Schinner SV Eintracht (2:1) und den SV Medizin Uchtspringe (3:0) gab es Siege zu bejubeln, gegen den Möringer SV sprang immerhin ein 2:2 heraus – an die Spitze setzte. Ebenfalls in die Runde der letzten Acht zog mit fünf Punkten Möringen ein, während Schinne als schlechtester Gruppendritter (drei Zähler) und Schlusslicht Uchtspringe (ein Punkt) ausgeschieden waren.

Viertelfinale

Ihre Siegesserie setzten die Gardelegener gegen Tangermünde weiter fort. Völlig verdient setzte sich der Titelverteidiger dank eines Doppelpacks von Sascha Gütte mit 2:0 durch. Mit zu mutlosen Liestenern hatte Oberligist Stendal wenig Mühe, dreimal Nils Breda, zweimal Martin Krüger sowie Martin Gebauer schossen ein 6:0 für den Favoriten heraus.
Das erste Neunmeterschießen musste im Duell zwischen Salzwedel und Möringen her. Die Eintracht führte zwar durch Malte Liestmann, ehe der MSV durch Scott Ziesmann und Axel Jaeger den Spieß wendete. Gregor Roth besorgte für seine Salzwedeler Farben noch das 2:2.
Vom Neunmeterpunkt scheiterten auf Möringer Seite (Philipp Kühne, Paul Schönburg, Kevin Beyer) alle drei Schützen, für die Eintracht vergab zunächst Roth, ehe aber Kevin Gebert den entscheidenden und auch einzigen Treffer zum 3:2-Gesamtstand erzielte. Die Schwarz-Weißen aus Bismark gewannen in einer eher höhepunktarmen Partie gegen Letzlingen durch einen späten Treffer von Felix Jubert mit 1:0.

Halbfinale

Man könnte meinen, das Duell zwischen Gardelegen und Stendal war so etwas wie ein vorweggenommenes Finale. Der SSV zeigte vor dem Oberligisten wenig Respekt und setzte ihn immer wieder früh unter Druck. So unterliefen auch den zuvor sehr soliden Stendalern durchaus mal Fehler. Sascha Gütte und Clemens-Paul Berlin sorgten für eine durchaus verdiente 2:0-Führung der Gardelegener.
Nun setzte der 1. FC Lok alles auf eine Karte sowie auf einen „fliegenden“ Torhüter. Zweimal war das gegnerische Gehäuse daher verwaist, als zunächst SSV-Keeper Markus Falk einen Abschlag versenkte und dann Berlin für den 4:0-Endstand sorgte.
Salzwedel macht es deutlich
Noch deutlicher machte es die Salzwedeler Eintracht gegen Bismark. Der SVE spielte sich mit der Zeit in einen Rausch, kombinierte sehr gefällig und siegte dank der Treffer von Malte Liestmann (2), Luca Nowak, Gregor Roth, Alf Müller und Kevin Gebert auch in dieser Höhe verdient mit 6:0. Damit war die Neuauflage des KFV-Supercup-Endspiels perfekt.
Quelle: Florian Schulz - Volksstimme