1. Herren | 17.10.2017

Höhenflug geht weiter


FSV Heide Letzlingen - SV Eintracht Salzwedel 09 1:3 (0:3)
Der SV Eintracht Salzwedel konnte den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen auch am Sonnabend bestätigen. Beim FSV Heide Letzlingen feierte die Mannschaft von Burghardt Schulze einen insgesamt verdienten 3:1 (3:0)-Auswärtserfolg und behauptet damit weiterhin den dritten Rang der Fußball-Landesklasse, Staffel 1. Auf der anderen Seite geht die Berg- und Talfahrt des Landesliga-Absteigers, der gegen die Eintracht ohne die etatmäßigen Stammspieler Stefan Saluck und Christian Palutke auskommen musste, weiter. Nach der dritten Saisonniederlage rutscht die Elf von Thilo Stimbra auf Position zehn des Klassements ab.

Die 53 zahlenden Zuschauer sahen vom Anpfiff weg eine spannende und temporeiche Partie. Zwar boten beide Mannschaften fußballerische Magerkost an, lieferten sich indes aber einen intensiven "Fight". Vor allem der gastgebende FSV versuchte in der Anfangsphase das "Heide-Feuer" zu entfachen. Die Platzherren gingen in den ersten Minuten ein enorm hohes Tempo, rannten die favorisierten Gäste aus Salzwedel - die seit 2008 auf einen Auswärtssieg in Letzlingen warten - sehr früh an und provozierten so einige Fehler. Wie auch in der vierten Minute als der Klärungsversuch vom Salzwedeler Ex-Kapitän Gregor Roth missglückte. Christian Wernecke zögerte nicht lange, scheiterte aber aus der Drehung am hellwachen SVE-Schlussmann Philip Duda, der den privatverhinderten Jonathan Gehrke ersetzte. Nach der forschen Anfangsphase der Heide-Kicker fanden nun auch die 09er besser ins Spiel. Die Jeetzestädter ließen sich von der körperlichen Gangart der Gastgeber nicht den Schneid abkaufen, nahmen den Kampf an und gewannen so mehr Sicherheit. Bis zur ersten Großchance musste die Eintracht allerdings bis zur 21. Spielminute warten. Lukas Biermann setzte sich gegen Florian Pawlowsky durch und spitzelte den Ball quer in Richtung Stefan Heuer. Dieser schloss allerdings zu überhastet ab und vergab so den ersten Hochkaräter. Es war nun ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Mannschaften investierten sehr viel und gingen gegen mitte der ersten Hälfte in eine spielentscheidende Phase. In der 27. Minute konterte Salzwedel über den schnellen Stefan Heuer, der nach innen zog aber anschließend den Schuss verzog. Die Chance war dennoch nicht vorbei. Der Ball von Heuer landete vor den Füßen von Melvin Michael, welcher im Rückraum Marcel Peters fand und der dann trocken unten links zum 1:0 für die Gäste verwandelte. Dieser Treffer zeigte Wirkung beim FSV Heide Letzlingen. Der Landesliga-Absteiger kämpfte zwar weiter wir verrückt, hatte nun aber Probleme Zugriff auf die Gäste aus Salzwedel zu bekommen. Dennoch standen die Gastgeber in der 40. Minute kurz vor dem Ausgleich. Fabian Schlamann wurde schön in der Box der Salzwedeler freigespielt und drehte sich mit dem Ball um die eigene Achse. Sein Schuss wurde allerdings noch entscheidend von Kevin Gebert abgefälscht und rollte knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus. Das Auslassen dieser Chance sollte sich noch bis zum Pausenpfiff rächen. Erst fand Peters in der Mitte den einlaufenden Sebastian Heuer, der gekonnt zum 2:0 einschob und in der ersten Minute der Nachspielzeit kam es sogar noch dicker. Michael bekam den Ball aus arg abseitsverdächtiger Position in den Fuß gespielt, fand im Zentrum den mitgelaufenen Peters, der keine Mühe hatte ins leere Tor zum 3:0-Halbzeitstand einzuschieben.
In den zweiten 45 Minuten entwickelte sich ein anderes Spiel. Die Stimbra-Elf schaltete nochmal zwei Gänge höher und zwang die Kreisstädter immer weiter in die Defensive. Die Salzwedeler waren zwar weiter im Spiel und gewannen auch die wichtigen Zweikämpfe, allerdings fehlte die Entlastung. Weil die Gäste vorne keine Bälle festmachen konnten und folglich Ballbesitz-Passagen ausblieben, rollte fortan ein Letzlinger Angriff nach den nächsten an. Nachdem Günter Ahlfeld aus der Drehung nur den Pfosten traf (57.),vergab Fabian Schlamann in der 65. Minute den nächsten Letzlinger Hochkaräter. Nach Handspiel von Julian Seehausen zeigte der Unparteiische Florian Hösel auf den Punkt. Beim anschließenden Strafstoß scheiterte Schlamann mit einem schwachen Schuss ins halbhohe rechte Eck am glänzend aufgelegten Duda. Nur sechs Zeigerumdrehungen später gab es wieder Elfmeter für die Heide-Kicker. Dieses Mal agierte Duda unglücklich und foulte Pawlowsky beim herauslaufen. Nun trat Benecke an und machte es mit einem schönen Schuss in den linken Winkel deutlich besser - 1:3. Obwohl die Einstellung der Gastgeber stimmte, fehlte es insgesamt an spielerischen Lösungen im letzten Angrifssdrittel. Der FSV Hatte zwar viel Ballbesitz, verrannte sich aber ober oftmals in der sicheren Defensvie der Salzwedeler Eintracht, so dass es schließlich beim 3:1-Auswärtssieg für den SV Eintracht Salzwedel blieb.
Torfolge: 0:1 Marcel Peters (27.), 0:2 Sebastian Heuer (42.), 0:3 Marcel Peters (45.), 1:3 Tobias Benecke (72./Foulelfmeter).
SR.: Florian Hösel.
Besondere Vorkommnisse: Fabian Schlamann verschießt einen Handelfmeter (65./FSV Heide Letzlingen).
Zuschauer: 53.
FSV Heide Letzlingen: Lubke - Mertens, Benecke, Schmidt, Wernecke, Ahlfeld, Pawlowsky, F. Schlamann, M. Schlamann, Grabau (71./Lamprecht), Knackmuß.
SV Eintracht Salzwedel 09: Duda - Seehausen, Roth, Gebert (46./Gille), St. Heuer, Peters, Se. Heuer (75./Plewe), Michael, Schreiber, Zipperling (60./Müller), Biermann.
Trainerstimmen
Thilo Stimbra (FSV Heide Letzlingen)
"Die ersten zehn Minuten von uns waren absolut in Ordnung. Danach hatten wir aber eine Phase, wo nicht mehr viel klappte und die Zuordnung nicht stimmte. Insgesamt fangen wir dann auch zu billige Gegentore. Mit der zweiten Halbzeit war ich absolut zufrieden. Da haben wir vieles richtig gemacht, konnten aber nicht mehr als das 1:3 erzielen. Aufgrund der ersten Halbzeit haben wir das Spiel verdient verloren."
Burghardt Schulze (SV Eintracht Salzwedel 09)
"Insgesamt war es ein komisches Spiel. Mit der letzten Viertelstunde vor der Halbzeitpause bin ich absolut zufrieden. In dieser Phase waren wir auch zwei Tore besser als der Gegner. In der zweiten Hälfte haben wir unser Spiel komplett aufgegeben. Der Grund ist mir allerdings ein Rätsel. Wir haben einfach keine Zweikämpfe mehr angenommen und deshalb auch kaum noch welche gewonnen. Das soll heute aber keine Rolle spielen. Mit den drei Punkten überwiegen die positiven Aspekte."
Quelle: Marc Wiedemann