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1. Männer | 03.03.2018

Rumpftruppe mit Moral, aber ohne Punkte

Die Vorzeichen standen nicht so schlecht als Trainer Klaus Gobat am Mittwoch nach der Mannschaftszusammensetzung gefragt wurde. Das war Mittwoch. Bis zum Wochenende setzte es eine Absage nach der anderen. Die Krankheits- und Verletzungswelle schwappte durch die Mannschaft. Die letzte Absage ging etwa 1,5 Std vor dem Spiel ein. Somit konnte der Trainer am Samstag beim Auswärtsspiel in Bergen nur noch 9 Spieler eintragen, wobei Björn Drangmeister nur der Notnagel sein sollte, bevor in Unterzahl zuende gespielt werden muss.

Ungewöhnlich somit schon der Anblick für die mitgereisten Fans vor Anpfiff. Außer, dass der Kreis vor Spielbeginn einen relativ kleinen Durchmesser hatte, so konnten sie endlich mal die Beine von Torhüter von Philip Duda sehen, da er sich kurze Feldspielerklamotten übergezogen hatte und dafür auf seine lange Torwartkluft verzichtete.

Diese Spielerkarriere muss man auch erstmal hinlegen, denn Duda hatte gleich von Beginn an die Ehre, die linke Außenbahn zu beackern. Gustav Gercke wollte der Trainer noch als Allrounder in der Hinterhand haben, sobald die Rückraumakteure ihre Verschnaufpausen brauchen. Die erste längere Verschnaufpause nahm sich Patrick Zunder. In der sechsten Spielminute ließ er sich nach einem nicht geahndeten Foul zu einer unbeherrschten Geste hinreißen, welche die Schiedsrichter dazu verleitete, den roten Karton zu zücken. Kopfschütteln und Enttäuschung auf Seiten der Salzwedeler, lautete doch die Devise vor Spielbeginn "Durchhalten".

Nun war Gustav Gercke also schon früher gefordert. Und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Bergen legte zwar kontinuierlich vor, aber die Salzwedeler Recken spielten ihr ruhiges Spiel und blieben bei gelegentlichen Ausgleichen (3:3 - 12. Minute) und sogar einer Führung (4:5 - 16. Minute) immer auf Tuchfühlung (8:7 - 25. Minute). Dann folgte die 30. Spielminute. Nach einem beherzten Sprung Richtung Ball musste Hendrik Eichblatt mit seinem Kopf auch noch den Sturz eines Bergener Spielers abfedern. Die Folge ein Cut über dem Auge, ein Nasenbeinbruch, viel Blut auf dem Feld, eine Fahrt ins Krankenhaus Celle mit dem Krankenwagen und Björn Drangmeister, der seinen Trainingsanzug nun doch noch ausziehen musste. Die Sekunden bis zur Pause verliefen dann vergleichsweise ereignislos und die Mannschaften verabschiedeten sich beim Stand von 11:9 in die Kabinen.

Viel gab es nicht zu sagen. Während Klaus Gobat seinen lädierten Schützling betreute, sprach die Mannschaft in Ruhe darüber, wie die zweite Halbzeit zu bewältigen ist. Außerdem konnte sich Patrick Zunder die verdienten Spitzen abholen. Man kann nur vermuten, wie es in der Bergener Kabine zugegangen ist. Sicherlich hatten sich auch die gastgebenden Verantwortlichen beim Blick auf die personelle Situation einen anderen Spielstand ausgemalt. Jedenfalls begann die zweite Hälfte auch nicht ganz unerwartet mit einem Sturmlauf der Gastgeber. Dreieinhalb Minuten nach Wiederanpfiff stand es so 14:9 für die Bergener.

Beim Stand von 16:11 (36. Minute) fingen sich die Salzwedeler dann wieder. Angeführt von Salzwedels treffsichersten Spieler Sebastian Schönfelder (8 Tore insgesamt) kämpften sich die Männer von Klaus Gobat nochmal in die Partie. "Rückraumspieler" Martin Kersten hämmerte einige sehenswerte Treffer ins Bergener Gebälk. Auch Jeffrey Reichardt auf der rechten Außenbahn holte ein ums andere Mal seine rechte Klebe raus. Beim Treffer zum 23:21 durch eben diesen in der 57. Minute war die Sensation doch nochmal greifbar. Zwei Bergener Tempogegenstöße und eine Zeitstrafe gegen Gustav Gercke später mussten die Salzwedeler dann doch dem anstrengenden Spiel Tribut zollen und den Gastgebern den 26:22 Sieg zugestehen.

Fazit: Wiedereinmal konnten die Salzwedeler einen tollen Kampf abliefern und mussten dennoch ohne Punkte den Heimweg antreten. Durch den gleichzeitigen unverständlich deutlichen Sieg der Luhdorfer gegen die Soltauer hat sich die Abstiegsnot weiter verschärft. Jetzt müssen die Salzwedeler unbedingt die Leistungen der letzten Wochen auch gegen die restlichen Mannschaften aufs Parkett bringen, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht gänzlich begraben zu müssen.



Quelle: Erste Männermannschaft