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1. Männer | 10.10.2015

Zwei Talente mit ambitionierten Zielen

Die Handballmänner des SVT Uelzen/Salzwedel müssen sich um ihren eigenen Nachwuchs keine Sorgen machen. Von Florian Schulz

Der Altersdurchschnitt bei den Männern des SVT Uelzen/Salzwedel, seit Jahren eine gestandene Mannschaft der Landesliga Lüneburg, war und ist nach wie vor nicht gerade gering. Das Grundgerüst der Kreisstädter bildeten in jüngster Vergangenheit mit Michael Schulze, Nico Truthe, Denny Hornisch, Mathias Delius, Ronny Schlawin, Gordon Sobolowski, Björn Drangmeister oder auch Sebastian Schönfelder Spieler, die bereits die 30-Jahre-Marke überschritten haben und daher sicherlich auch im Herbst ihrer Karriere sind beziehungsweise waren.

Truthe und Hornisch gehören nicht mehr zum Kader der Salzwedeler, denn Erstgenannter fungiert mittlerweile als Trainer der Truppe und Denny Hornisch legt eine Pause ein. Schulze, Delius, Schlawin, Sobolowski, Drangmeister und Schönfelder sind mit ihrer Erfahrung noch immer die Garanten des Erfolgs und somit feste Größen beim SVT.

Auf dem Weg zu festen Größen sind aber neuerdings auch zwei junge Spieler. Johannes Frenkel, 17 Jahre, und der 18-jährige Tim Schroeter sind hoffnungsvolle Talente für die Zukunft. Das Duo war in der Vorsaison noch gemeinsam in der A-Jugend aktiv, die sich mittlerweile aufgelöst hat. So sind Frenkel und Schroeter nun feste Bestandteile der Männermannschaft und haben sich dort bereits gut eingefügt. Das erste Punktspiel der neuen Saison gewannen die Hansestädter gegen den TV Uelzen mit 25:23. Mit jeweils sechs Treffern sorgten die beiden Nachwuchsakteure zusammen für fast die Hälfte aller Salzwedeler Tore. „Ich war vorher stark aufgeregt, doch im Verlauf des Spiels fühlte ich mich immer besser. Mit den Zuschauern im Rücken hat es schon Spaß gemacht“, schildert Frenkel seine Eindrücke vom ersten Spiel. Nicht mehr ganz so groß war die Aufregung bei Schroeter, denn der spielt bereits seine dritte Herren-Saison. „Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit dem Start. Leider haben wir es zum Ende hin noch mal etwas spannend gemacht“, so der 18-Jährige mit Blick auf den zuvor klaren Vorsprung, der in der Schlussphase noch einmal schmolz.
Anfänge in anderen Sportarten

Tim Schroeter unternahm seine sportlichen Anfänge mit fünf Jahren als Fußballer beim SV Eintracht Salzwedel. Nach einer Trainingseinheit stand für ihn aber fest: „Das macht mir einfach keinen Spaß.“ Der Youngster wechselte die Sportart und fand sich schon eine Woche später beim Training der Handballminis des SVT Uelzen/Salzwedel ein, die von Michael Schulze trainiert wurden. Das war dann auch genau die richtige Entscheidung. In seiner zweiten Spielzeit wurde Schroeter dort ins Tor beordert, doch als Feldspieler war der Jeetzestädter einfach wertvoller für die Mannschaft. Auch Johannes Frenkel kam erst auf Umwegen zum Handball. Im Alter von neun Jahren begann Frenkel mit Kampfsport und betrieb für zwei Jahre Jiu-Jitsu. Als E-Jugendlicher wollte der Salzwedeler dann aber auch etwas Neues und begann bei Uelzen/Salzwedel, unter der Leitung von Hans-Joachim Fentzahn Handball zu spielen.

Im Nachwuchs spielte das Duo lange zusammen und versteht sich daher schon fast blind. „Johannes war seit jeher ziemlich schnell. Er hat zumeist schon immer bei den Älteren gespielt und sich dort durchgesetzt. Besonders im Eins-gegen-Eins ist er sehr stark“, urteilt Tim Schroeter über seinen Kollegen. Johannes Frenkel hat ebenfalls großen Respekt vor seinem ein Jahr älteren Mitspieler. „Er war eigentlich immer einer der größten Akteure, mit denen ich zusammen gespielt habe. Zudem ist Tim sehr wurfgewaltig“, erklärt Frenkel. Mit der A-Jugend spielte das Duo noch in der vergangenen Saison in der Landesliga eine sehr ordentliche Rolle. Diese Spielzeit trug auch zur Weiterentwicklung der beiden Talente, die früher übrigens auch schon als C-Jugendliche in der B-Jugend aushalfen und dort für Furore sorgten, bei und war für sie auch eine Art Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn. Nun spielen sie zusammen für die Landesliga-Männer der Hansestädter. „Das war eigentlich auch unser Ziel“, macht Johannes Frenkel deutlich. Die beiden Nachwuchshoffnungen wurden gut aufgenommen und trainieren auch schon seit zwei Jahren kontinuierlich bei den Herren mit. Tim Schroeter hat bereits vor zwei Jahren zum ersten Mal, damals noch unter der Regie von Coach Norbert Hartmann, für das Landesliga-Team gespielt. „Ich habe mich nun eigentlich schon gut eingewöhnt, da ich schon länger dabei bin“, urteilt Schroeter. Während der 18-Jährige zumeist im linken Rückraum zum Einsatz kommt und dort viel Torgefahr ausstrahlt, ist Frenkel auf der Rückraummitte zu Hause und dirigiert das Spiel der Westaltmärker. Auf ihren Stammpositionen hinterließen die beiden jungen Hansestädter bereits in den Testpartien einen guten Eindruck. „Johannes und Tim ordnen sich selbst sehr gut ein. Sie wissen um ihre Stärken, aber auch um ihre Schwächen. Sie lernen von den Älteren, fordern sie aber zugleich auch“, ist Trainer Nico Truthe sehr zufrieden mit den beiden Talenten.

Johannes Frenkel hatte übrigens vor der Saison ein Angebot aus der Sachsen-Anhalt-Liga vom SV Oebisfelde vorzuliegen, entschied sich nach reiflicher Überlegung aber doch für einen Verbleib in seiner Heimat. „Das hat sicherlich vor allem schulische Gründe. Zudem wären die Fahrten zum Training und zu den Spielen ziemlich weit gewesen“, verrät der Youngster, der erst kürzlich seinen 17. Geburtstag feierte, auf Dauer auch gern höherklassig aktiv sein würde. In der Landesliga-Herrenmannschaft, mit der sie mindestens im Tabellenmittelfeld landen möchten, fühlen sich Johannes Frenkel und Tim Schroeter unheimlich wohl. „Wir haben nun einige junge Leute dazu bekommen, was natürlich wichtig ist“, erklärt Frenkel, der schon seit jeher von seinem Großvater Rainer bei fast jeder Partie angefeuert wird. „Auch vom Verhältnis her passt es in der Truppe. Das Training ist intensiv, doch es macht einfach Spaß“, urteilt Schroeter, dessen Vater Thomas seinem Sprössling bei den Partien stets vor Ort die Daumen drückt. Auch Coach Nico Truthe ist froh, die beiden Talente nun in seinem Team begrüßen zu dürfen. „Tim hat in der Abwehr einen großen Schritt nach vorn gemacht, Tore werfen konnte er ja schon immer. Bei Johannes bin ich von seiner schnellen Entwicklung überrascht. Er ist ein sehr präsenter Spieler und hält sich auch an das vorgegebene Konzept. Beide Spieler sind auf einem sehr guten Weg, menschlich und handballerisch passt es einfach“, so der Übungsleiter.

Auch im Männerbereich haben sich Johannes Frenkel und Tim Schroeter noch ein klares Ziel gesetzt: Meister zu werden. Wann dieses umzusetzen ist, wissen die beiden Talente (Schroeter: „Das wird sicherlich auch sehr schwer“) zwar selbst noch nicht so recht, doch sie haben schließlich noch eine lange Laufbahn vor sich. „Wir wollen eigentlich auch all unsere Heimspiele gewinnen“, erklärt Frenkel selbstbewusst, der sich selbst auch noch weiterentwickeln möchte. Für den Nachwuchs wünscht sich das Duo einen Mitgliederzuwachs. „Schön wäre es, wenn wir in allen Jugendaltersklassen stark vertreten wären“, hofft Schroeter. Doch an den Beispielen Johannes Frenkel und Tim Schroeter ist eben auch so schon zu erkennen, dass man im Nachwuchs des SVT Uelzen/Salzwedel durchaus eine Talentschmiede sehen kann.

Quelle: Volksstimme